Magazinbeitrag (1’30) – Zu Besuch bei Viola, der Taubenzüchterin
Taubenzüchten kann ein Hobby sein? Das weiß ich auch erst seit ein paar Tagen.
Tauben werden heutzutage als Plage empfunden und als ekelig oder lästig abgestempelt. Sie verteilen sich wie „Ungeziefer“ in der Stadt und kacken alles voll. Viola Dziuba ist anderer Meinung. Die 51-Jährige ist eine von noch wenigen Taubenzüchtern in München. Mein Kamerateam und ich dürfen die Dame bei Dreharbeiten für einen Magazin-Beitrag besser kennenlernen.
Ein ungewöhnliches Hobby
Seit sie denken kann, ist Viola Tierfreundin. Schon ihr Vater hatte eine Taubenzucht. Mit sieben Jahren war es dann endlich so weit. Sie bekam von einem befreundeten Metzger ihre erste Taube geschenkt. Mittlerweile beherbergt die geborene Sachsen-Anhalterin in ihrem großen Schrebergarten in München rund 130 Tauben, darunter weiße Schönheitsbrieftauben oder altorientalische Mövchen.

Die Tauben bewohnen einen gemütlichen Taubenschlag mit ausreichend Platz zum Flügelschwingen. Stolz präsentiert Sie uns ihre Prachtexemplare und erklärt, welche Unterschiede es von Rasse zu Rasse gibt. Ich bin so fasziniert von den Tieren, dass ich fast vergesse, dass wir zu einem Filmdreh hier sind.
Eine Exotin in der Männerdomäne
Viola hatte es nicht immer leicht. Als wahre Exotin in dieser Männerdomäne musste Sie lernen sich durchzusetzen. Mit 23-Jahren ist Sie die jüngste Tauben-Preisrichterin in Deutschland. Das war Anfangs unter den alteingesessenen Richtern nicht gern gesehen. Heute ist Viola ein sehr anerkanntes Vereinsmitglied im Geflügelzuchtverein München e.V. und in vielen Züchterkreisen bekannt.
Hühner, Kaninchen und Meerschweinchen

Neben der Leidenschaft für Tauben schenkt die 51-Jährige auch anderen Vögeln, wie Wachteln, Hühner oder Nagetieren, wie Kaninchen und Meerschweinchen ein Zuhause. Während den Dreharbeiten läuft uns immer wieder ein neugieriges Huhn durch die Kamera oder begutachtet uns und die große Kamera mit skeptischen Blicken.
Taube steht für Frieden
Die Tierliebhaberin kann den Hass auf Tauben nicht nachvollziehen. Zumal die Taube früher engster Verbündeter der Menschen war. Im Krieg diente die Brieftaube als wichtigster Nachrichtenbote. Und in religiösen Kreisen wird die Taube mit Symbolik nahezu überfrachtet. Der Vogel steht für wahre Liebe, Frieden und Fruchtbarkeit.
Fun-Fact: Eine Taube brütet bis zu 10-mal im Jahr!
Die Zeit vergeht wie im Flug. Nach sechs ganzen Drehstunden lädt Viola mich und das Kamerateam in die anliegende Gaststube zum Essen ein. Es ist ein rundum gelungener Drehtag. Nachdem wir uns von allen Hühnern, Nagern und Tauben verabschiedet haben geht es auf den Heimweg. Jetzt werden die Aufnahmen doppelt gesichert und gesichtet. Danach heißt es: „Ab zum Schnitt“. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt. 😊
Eure, Eva.
P.S. Wenn du dich auch für Dreh & Schnitt interessierst, dann schau doch mal bei meiner Hochschule vorbei!
